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Vorlage - VO/2016/03788  

Betreff: Neugestaltung der Travepromenade in Lübeck-Travemünde
Status:öffentlich  
Dezernent/in:Senator Sven Schindler
Federführend:2.830 - Kurbetrieb Travemünde Bearbeiter/-in: Kirchhoff, Uwe
Beratungsfolge:
Senat zur Senatsberatung
Wirtschaftsausschuss und Ausschuss für den "Kurbetrieb Travemünde (KBT)" zur Vorberatung
13.06.2016 
24. Sitzung des Wirtschaftsausschusses und Ausschuss für den "Kurbetrieb Travemünde (KBT)" unverändert beschlossen   
Bauausschuss zur Vorberatung
20.06.2016 
Sitzung des Bauausschusses zurückgestellt   
Hauptausschuss zur Vorberatung
28.06.2016 
48. Sitzung des Hauptausschusses geändert beschlossen   
Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck zur Entscheidung
30.06.2016 
23. Sitzung der Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck in der Wahlperiode 2013 - 2018 geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Finanzielle Auswirkungen
Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
Anlage 1 - Finanzierungskonzept KBT 1. und 2. BA
Anlage 2 - Übersichtsplan
Anlage 3 - Erläuterungen zu den Bausteinen
Anlage 4 - Übersichtsplan zu den Bauabschnitte
Anlage 5 - Übersichtsplan zu den Materialien

1

Beschlussvorschlag

  1. Das in der Begründung und den Anlagen 1 bis 5 dargestellte Konzept für die

Neugestaltung der Travepromenade in Lübeck-Travemünde wird beschlossen.

 

  1. Der Kurbetrieb Travemünde wird mit der Umsetzung des 1. und 2. Bauabschnittes

gemäß Anlage 1 (Finanzierungskonzept KBT 1. und 2. BA) beauftragt.

Beteiligte Bereiche/Projektgruppen:

Verfahren

Beteiligte Bereiche/Projektgruppen:

Ergebnis:

 

Bereich 1.203 Beteiligungscontrolling:

Kenntnisnahme

Bereich 1.201 Haushalt und Steuerung:

zustimmend

Bereich 2.280 Wirtschaft und Liegenschaften:

zustimmend

Bereich 3.390 Umwelt-, Natur- und

Verbraucherschutz:

zustimmend, Änderungen eingearbeitet

Bereich 4.401 Schule und Sport:

zustimmend

Bereich 5.610 Stadtplanung und Bauordnung:

zustimmend, Änderungen eingearbeitet

Bereich 5.660 Stadtgrün und Verkehr:

zustimmend, Änderungen eingearbeitet

Bereich 5.691 Lübeck Port Authority:

zustimmend, Änderungen eingearbeitet

Lübeck und Travemünde Marketing GmbH:

zustimmend, Änderungen eingearbeitet


 

 

 

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

 

Ja

gem. § 47 f GO ist erfolgt:

X

Nein

Begründung:

 

Die Beteiligung wird im Rahmen der

Umsetzungsplanung erfolgen.

 

 

 

Die Maßnahme ist:

X

neu

 

X

freiwillig

 

 

vorgeschrieben durch: -

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Nein

 

X

Ja (siehe Begründung - VI. Baukosten)

 

I

Begründung

 

  1. Auftrag

Die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck hat in ihrer Sitzung am 24.11.2011 den Bürgermeister beauftragt, der Bürgerschaft ein Konzept für die Neugestaltung der Travepromende (Flächen, die unmittelbar an der Trave liegen und sich im Sondervermögen des Eigenbetriebes Kurbetrieb Travemünde befinden) vorzulegen und die dafür erforderlichen Kosten darzustellen.

 

In dem Konzept sind die Steigerung der Aufenthaltsqualität, die Verbesserung und Erweiterung touristischer Angebote im Bereich der Travepromenade sowie die Verbesserung des Hochwasserschutzes aufzuzeigen.

 

Außerdem ist der Bürgerschaft ein Finanzierungskonzept entgegenzubringen, das die zu erwartende Förderung durch das Land, den Bund bzw. die EU berücksichtigt.

 

 

  1. Ausgangslage

Das Ostseeheilbad Travemünde gehört zu den ältesten und traditionsreichsten Seebädern in der Bundesrepublik Deutschland. Das im Jahre 1802 gegründete Seebad wird durch seine großzügigen Freiräume in der Landschaftsgestaltung, den Hafen, die Altstadt, die Gebäude der Bäderarchitektur, die neugestaltete Strandpromenade sowie die maritime Hafenkante an dem Verlauf der Trave geprägt.

 

Der Verlauf dieser Wasserkante lässt sich in thematische Teilabschnitte gliedern. Den Auftakt bildet der Fischereihafen als letztes Refugium des maritimen Kleingewerbes mit seiner sympathischen Unaufgeräumtheit. Vorbei an der einzigen Slipanlage des Ortes für trailerbare Boote folgt der neugestaltete Fährvorplatz an der Priwallfähre. Weiter führt der Verlauf der Wasserkante über die Vorderreihe, die als urbane Flaniermeile mit ihren Kastenlinden und ihrer grünen Böschung die östliche Stadtkante Travemündes bildet. Eine deutliche städtebauliche Zäsur folgt ab dem Schnittpunkt der Vorderreihe mit der Straße Am Lotsenberg. Dieser Übergang von der Vorderreihe in die Travepromenade wirkt durch eine diffuse Erweiterung der Gastronomie sehr ungeordnet. Dieser Bereich bedarf dringend einer städtebaulichen Überprüfung und Neuordnung. Diesem Anliegen wird die vorliegende Vorlage gerecht.

 

Während der Fährvorplatz, die Vorderreihe sowie die im Anschluss an die Travepromenade folgende Strandpromenade in den letzten Jahren attraktiv neugestaltet wurden, ist die eigentliche Travepromenade in ihrem aus den fünfziger Jahren stammenden Altbestand konserviert worden. Aufgrund zahlreicher städtebaulicher Vakanzen, wie  das Bauvorhaben auf der ehemaligen Schwimmbadfläche am Maritim- Hotel nebst Freiräumen oder die Neuordnung des ruhenden Verkehres auf dem Leuchtenfeld in Abhängigkeit des Parkraumkonzeptes Travemünde war eine Neugestaltung der Travepromenade vom Ende der Vorderreihe bis zum Lotsenturm bisher nicht sinnvoll.

 

Hinzu kommt, dass das "Seebad Travemünde" ein Kerntreiber der Marke LÜBECK darstellt und mit seinen Angeboten und Potenzialen wesentliche Zugkraft für die positive Entwicklung des Wirtschaftsfaktors Tourismus entfaltet. Die touristischen Kennzahlen der vergangenen Jahre entwickeln sich insbesondere auch in Travemünde positiv, allerdings steht das Seebad anderen maritime Destinationen an der Ostsee in Hinblick auf die Dynamik der Entwicklung deutlich nach (u.a. Scharbeutz) - dies ist insbesondere auf deutliche Mängel in Hinblick auf das touristische Angebot und -Infrastruktur zurückzuführen. Es gibt vielfache Potenziale, die im Rahmen der Touristischen Wachstumsstrategie Lübecks 2020plus formuliert sind. Die konkreten Handlungsbedarfe, um vorhandenen Potenziale zu erschließen, ergeben sich aus dem Touristischen Entwicklungskonzept Lübeck (2009) sowie dem "Masterplan Travemünde".

 

 

  1. Bestandsanalyse

Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal der Travepromenade ist ihre direkte Nähe zu den ein- bzw. auslaufenden Schiffen. In keinem anderen Seebad können die Besucher dieses einzigartig maritime Ambiente so hautnah erleben wie entlang der Travepromenade

 

Nur durch eine Steinböschung getrennt, nähert sich der Weg auch in der Höhe bis auf ca. 1,20 Meter dem durchschnittlichen Pegel der Trave. Vor allem im Bereich der Tornadowiese erwächst hieraus die Gefahr von Überflutung. Von besonderer Qualität sind die Freiflächen entlang der Travepromenade, die mit Ausnahme einiger Solitäre weitgehend von einer Bebauung freigehalten worden sind. Die Anbindung an die Grünflächen von den Travewiesen bis zum Kalvarienberg ist trotz diverser Zerschneidungseffekte (Parkplätze, Anpflanzungen etc.) spürbar. Dieser Landschaftspark, als grüne Fuge zwischen der Altstadt und dem zentralen Kurgebiet, kennzeichnet die Travepromenade als wichtigstes Bindeglied zwischen den beiden Ortsbereichen. Der Großparkplatz auf dem Leuchtenfeld mindert die landschaftliche Gestaltungsqualität im inneren Kurgebiet. Der wichtige räumliche Bezug wird allerdings in erster Linie durch die massive Anpflanzung zwischen Außenallee und dem Leuchtenfeld verhindert.

 

Die Bestandssituation an der Wasserkante der Promenade ist geprägt durch zahlreiche Steganlagen und Brücken mit vertäuten Privatjachten und Schiffen der Berufsschifffahrt. Hinzu kommen die spektakulären, maßstabssprengenden Fähren auf der Trave. Die infrastrukturelle Ausstattung der Liegeplätze entlang der Travepromenade ist jedoch nicht mehr zeitgemäß und könnte im Zuge der Neugestaltung ebenfalls modernisiert werden.

 

Das gastronomische Angebot entlang der Travepromenade wird, bis auf wenige Ausnahmen, von Imbissbetrieben geprägt. Moderne und barrierefreie Aufenthaltsbereiche, wie sie entlang der Strandpromenade geschaffen wurden, fehlen nahezu gänzlich. Der Betonbelag der Travepromenade ist großflächig abgängig - Abplatzungen, Risse und ein Reparatur- Patchwork ergeben insgesamt ein sehr negatives Erscheinungsbild.

 

 

  1. Ziel der Neugestaltung

Zur Unterstützung der Ziele der Touristischen Wachstumsstrategie 2020, ist neben der quantitativen und qualitativen Steigerung  der Beherbergungsangebote auch eine attraktive Neugestaltung der öffentlichen touristischen Infrastruktur erforderlich. Jede öffentliche Investition in den Tourismus löst umfangreiche private Investitionen aus. Wirtschaftswissenschaftler zitieren an dieser Stelle häufig den sogenannten „Promenadeneffekt“. Ein Euro öffentliches Geld generiert bis zu sieben Euro private Investitionen.

 

Die Neugestaltung der Travepromenade ist ebenso thematisch eingebettet in die Tourismusstrategie des Landes 2025 (Wirtschaftministerium SH 2015) und die dazugehörige Imagekampagne der Tourismusagentur SH (TA.SH) "Glückswachstumsgebiet". Eine attraktiv und erlebnisorientiert entwickelte Travepromenade ist  für Lübeck- Travemünde ein Alleinstellungsmerkmal und ein Best Practice- Beispiel für ein Glückswachstumsmodul innerhalb der neuen Imagekampagne des Landes.

 

Das gestalterische Ziel der Neugestaltung der Travepromenade ist es, ihre besondere Eigenart zu bewahren und ihre Alleinstellungsmerkmale zu stärken. Ihr geradliniger Verlauf ist auf Grund ihrer Wirkung als Abschluss des Landschaftsparks mit den Travewiesen und ihrer Funktion als befestigte Uferkante vorgegeben. Die Steigerung der Aufenthaltsqualität, die Verbesserung und Erweiterung der touristischen Angebote im Bereich der Travepromenade, eine Verbesserung des Hochwasserschutzes sowie eine Neuordnung der Verkehrsführung stehen im Fokus der Neugestaltung.

 

 

    1. Steigerung der Aufenthaltsqualität

Die Auflösung der Verengungen im Bereich des Überganges von der Vorderreihe sowie im Bereich der Revierzentrale des WSA („Lotsenturm“) stellt einen wesentlichen Planungsinhalt dar. Vor allem an stark frequentierten Tagen, so bei der Travemünder Woche und anderen maritimen Ereignissen, kommt es in diesen Bereichen zu Stauungen des Publikumsverkehres. Gerade in der Mobilität eingeschränkte Menschen und Familien mit kleinen Kindern bemängeln diese bauliche Enge. Die Beseitigung dieser Engpässe stellt eine deutliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität für die Gäste dar und ermöglicht zudem die Ansprache neuer Zielgruppen.

 

Vor dem Hintergrund der städtebaulichen Neuordnung des ehemaligen Aqua Top- Grundstückes sollte eine deutliche Aufwertung des Bereiches Fährplatz / Fußgängerfähre erfolgen. Die bestehenden Imbisspavillons des Kurbetriebes sollen durch privates Investment in moderne, für den Ganzjahresbetrieb geeignete, Gastronomiebetriebe ersetzt werden. Diese mögliche Neuordnung sollte, bei entsprechendem Interesse, unter Beteiligung der langjährigen Mieter erfolgen. Neben der Verbesserung der Servicequalität und Angebote für die Gäste wird eine Erhöhung der Mieteinnahmen als Refinanzierung der Neugestaltung erwartet.

 

Wie bereits auf der Strandpromenade erfolgreich etabliert, sollen generationsübergreifende, barrierefreie Sitzmöblierungen mit einem direkten Bezug zur Hafenkante entlang der Travepromenade angeboten werden. Eine interaktive Darstellung der maritimen Geschichte entlang der Travepromenade, unter Berücksichtigung der Passat und des Leuchtturmes, trägt neben der Ausstellung maritimer Ausrüstung zur Attraktivierung der Travepromenade bei. Um auch dem Kommunikationsbedürfnis der jüngeren Gäste gerecht zu werden, werden attraktive Fotopunkte, sog. Selfiepoints, eingerichtet. Die so entstandenen Fotos werden in den sozialen Netzwerken geteilt und sorgen somit für zusätzliche Standortwerbung.

 

Die Gestaltung des Oberflächenbelages sollte den funktionalen Anforderungen im Rahmen der Mischnutzung der Travepromenade für den Hafenbetrieb, als Eventfläche und Flaniermeile genügen. Für die angrenzenden Grünbereiche, die sich im Sondervermögen des Kurbetriebes befinden, ist eine zeitgemäße Landschaftsarchitektur zu gestalten.

 

    1. Verbesserung und Erweiterung der touristischen Angebote

Die Erweiterung des Liegeplatzangebotes für Wassersportler, wie z. B. Segler, Motorboote als Kurzzeitlieger im Bereich der Gastronomieeinrichtungen wäre hierbei eine erhebliche Bereicherung für die Travepromenade. Vom Snack für einen Wasserwanderer im Seekajak bis zum „Dinner on the deck“ auf einer Luxusyacht, könnte so eine Gastronomie entstehen, die auch die Serviceerwartung der Wassertouristen erfüllt. Dieses wäre ein echtes Alleinstellungsmerkmal für Travemünde. Neue Zielgruppen – auch analog der Landestourismusstrategie – können so angesprochen werden und für das Seebad begeistert werden (u. a. „Entschleuniger“, „Neugierige“). Diese Maßnahme sollte im weiteren Planungsprozess mit der LPA und den Nutzern der Liegeplätze abgestimmt werden.

 

Die Schaffung zweier einheitlicher Bauwerke für Gastronomiebetriebe entlang der Travepromenade entspricht dem Flanierbedürfnis der Gäste und trägt zur Refinanzierung der Investitionskosten bei. Denkbar wäre die Errichtung von maritim geprägten Gebäuden, z. B. im Stile von Bootshäusern, welche eine ähnliche räumliche Ausrichtung haben könnten, wie der Rettungsschuppen oder das alte WSA- Gebäude. Um dem derzeit ausgeprägten Saisonbetrieb entlang der Travepromenade entgegenzutreten, sollen die zukünftigen Gastronomieeinrichtungen ganzjährig betrieben werden.  Hierbei ist die Investitionsbereitschaft der ortsansässigen Mieter und Pächter zu berücksichtigen. Die Kubatur und Gestaltung der zukünftigen Bauwerke werden in enger Abstimmung mit der Stadtplanung der Hansestadt Lübeck entwickelt. Das Ergebnis des Abstimmungsprozesses wird Grundlage für ein Bebauungsplanverfahren, welches die planungsrechtlichen Grundlagen sichert.

 

    1. Verbesserung des Hochwasserschutzes

Mehrfach im Jahr tritt die Trave bei starken Nord- Ost- Winden vor allem im Bereich der Tornadowiese bis hin zum Rettungsschuppen über das Ufer. Durch die Anhebung des Höhenniveaus und eine Verbesserung der Oberflächengestaltung lassen sich Hochwasser bedingte Schäden an der öffentlichen Infrastruktur erheblich reduzieren. Auch ein verbesserter Ablauf des Wassers nach den Sturmereignissen durch Drainagen und Bodenablaufsysteme erhöht die Nutzungsmöglichkeiten der Flächen u. a. für Veranstaltungen.

 

    1. Neuordnung der Verkehrsführung

Um die hohe landschaftliche Qualität der Freiräume und Grünbezüge im Inneren Kurgebiet weiter entwickeln zu können, ist ein Rückbau der nordöstlich gelegenen Kurve der Trelleborgallee geplant. Dieses geschieht auch vor dem Hintergrund der verkehrlichen Erschließung des geplanten a-ja Hotel auf dem ehemaligen Aqua Top Gelände. So wird zukünftig das Maritim bzw. das a-ja Hotel nebst öffentlichem Schwimmbad ausschließlich und direkt über die Außenallee für den motorisierten Liefer- und Individualverkehr erreichbar sein. Die mit dem PKW an- und abreisenden Tagesgäste werden direkt von der Außenallee auf den flächenmäßig reduzierten Parkplatz Leuchtenfeld geführt. Der optisch aufgewertete Parkplatz wird als multifunktionale Fläche als Parkplatz oder Logistikfläche für Segelevents zur Verfügung stehen. Die für das Leuchtenfeld beschlossene noch nicht realisierte frühere Ausgleichsverpflichtung, resultierend aus dem Neubau der Vogteistraße, wird in Teilen an anderer Stelle realisiert.

 

Der östliche Bereich des ehemaligen Parkplatzes Leuchtenfeld wird den Charakter eines Landschaftsparks  erhalten und mit Freizeitangeboten für Familien, wie z. B. Adventure-Golf oder einem Skaterpark, angereichert werden.

 

Der parallel zur Trave verlaufende Abschnitt der Trelleborgallee wird zukünftig als Sackgasse nur noch für den Fußgänger- und Fahrradverkehr  sowie für den motorisierten Anlieger- und Lieferverkehr freigegeben. Eine Verkehrslösung, die bereits sehr erfolgreich während der Travemünder Woche praktiziert wird. Entlang der Trelleborgallee werden öffentliche Fahrradabstellanlagen in ausreichender Anzahl und Qualität platziert. Die Trelleborgallee endet zukünftig im neu gestalteten Vorplatz an der Norderfähre. Der Fährvorplatz ist öffentlich gewidmet und dient auch als Wendeplatz für größere Fahrzeuge. Während die heutige offizielle Wegweisung des überregionalen Ostseeküstenradwanderweges die Führung über die Außenallee/ Vorderreihe/ Priwallvorplatz bzw. Fähre vorsieht, ist mit dem Angebot der Fahrradmitnahme auf den neuen Priwallfähren auch die Wegweisung über Außenallee/ Trelleborgallee/ Norderfähre anzupassen.

 

 

Die Neuordnung der Verkehrsführung in Zusammenhang mit der Umgestaltung der Travepromenade und der Erschließung des Maritim bzw. des a-ja Hotel, die die Trelleborgallee in zwei Sackgassen teilt, macht es erforderlich, dass die heutige Bushaltestelle in der Trelleborgallee an die Außenallee verlegt werden muss.

 

 

  1. Umsetzung des Projektes

Der Eigenbetrieb Kurbetrieb Travemünde wird die Funktion als Bauherr für die Finanzierung, Förderung und die touristischen Vorgaben an die Planer übernehmen. Die fachtechnische Begleitung und Planung des Bauvorhabens wird an ein externes Architekturbüro vergeben.

 

Die Vorstellung und Beratung zu allen Projektphasen in den zuständigen Fachausschüssen der Bürgerschaft ist genauso wichtig, wie die frühzeitige Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern, der Sportvereine sowie der am Tourismus partizipierenden Vereine und Organisationen. Die Einbindung von Kindern und Jugendlichen wird mit einer ortsansässigen Kinder- und Jugendeinrichtung eine entsprechende Berücksichtigung finden. Moderierte Workshops mit Vertretern aller genannten Gruppen haben sich bereits bei der Neugestaltung der Strandpromenade bewährt und sollen erneut erfolgen.

 

Das Projekt Neugestaltung der Travepromenade ist in 10 verschiedene Bausteine, die zum Teil unabhängig voneinander realisiert werden können, gegliedert. Die einzelnen Bausteine können der Anlage 3 entnommen werden. In Abhängigkeit von städtebaulichen Vakanzen, der Travemünder Woche und / oder dem Saisonverlauf werden bei der Baudurchführung einzelne Bausteine in Bauabschnitte zusammengefasst.

 

Vor dem Hintergrund des Neubaus des a-ja Hotels auf dem ehemaligen Aqua Top- Gelände ist es erforderlich, dass der Baustein 1 und 5 (Travepromenade) im ersten Bauabschnitt 2016 begonnen wird. Im zweiten Bauabschnitt 2017 könnten die Bausteine 2, 3 und 7 umgesetzt werden. Der Baustein 6 (Travewiesen) ist in Abstimmung mit der geplanten gastronomischen Neuausrichtung entlang der Promenade zu realisieren. Der Rück- bzw. Umbau der Trelleborgallee, wie im Baustein 7 beschrieben, ist planerisch im Masterplan für das Innere Kurgebiet durch die Bürgerschaft beschlossen worden. Die Zuständigkeit  für die Umsetzung und Finanzierung der Maßnahme liegt im Fachbereich 5 Planen und Bauen. Sobald der Rückbau der Trelleborgallee durch Realisierung des Bausteines 7 erfolgt ist, könnten die Bausteine 8 und 9 nach Klärung der Finanzierung durch den Kurbetrieb umgesetzt werden. Die Bausteine 4 und 10 sind optional. Der Baustein 10 (Travedeck) könnte auch durch einen privaten Investor in Verbindung mit einer landseitigen Gastronomie realisiert werde.

 

 

  1. Baukosten

 

 

  1. Finanzierung

Um die Investitionsmaßnahme aus eigener Kraft umsetzten zu können, benötigt der Kurbetrieb einen Investitionskostenzuschuss durch das Land Schleswig Holstein von mindestens 50%. Die Wirtschaftsförderung Lübeck GmbH hat auf entsprechende Anfrage mitgeteilt, dass sehr gute Aussichten auf eine Förderung in entsprechender Höhe bestehen.

 

Im Wirtschaftsplan 2013 wurden 50 T€ für die Planungskosten „Travepromenade“ angesetzt, die Planungen haben im Jahr 2014 begonnen. Im Wirtschaftsplan 2016 wurde für den ersten Bauabschnitt der Travepromenade eine Investitionssumme von 1.250 T€ netto eingestellt.

Für den zweiten Bauabschnitt im Wirtschaftsplan 2017 wird voraussichtlich ebenfalls ein Betrag in Höhe von 1.250 T€ netto angesetzt. Ausgehend von einer Gesamtinvestitionssumme in Höhe von 2.550 T€ netto und einer mindestens 50%igen Förderung vom Land verbleibt ein zu finanzierender Eigenanteil für den Kurbetrieb Travemünde in Höhe von 1.275 T€. (Anlage 1- Finanzielle Auswirkungen)

 

Diese 1.275 T€ „Eigenanteil“ splitten sich auf in eine Eigenfinanzierung (aus Abschreibungen) in Höhe von 575 T€ und in eine Fremdfinanzierung (Kreditaufnahme) in Höhe von max. 700 T€. Sollten sich neben dem Land Schleswig- Holstein noch weitere Zuschussgeber, wie z. B. Stiftungen, für dieses Projekt engagieren wollen, wäre die Realisierung der Bausteine 4, 8, 9 und 10 in naher Zukunft möglich. Zunächst ist eine Realisierung der Bausteine 1, 2, 3, 5 und 6 durch den Kurbetrieb bei vorausgesetzter Förderung durch das Land SH angedacht. Die Investitionssumme hierfür beträgt ca. 2.55 Mio. €.

 

Anlage 1 – Finanzierungskonzept KBT 1

Anlagen

Anlage 1 – Finanzierungskonzept KBT 1. und 2. BA

Anlage 2 – Übersichtsplan

Anlage 3 – Erläuterungen zu den Bausteinen

Anlage 4 – Übersichtsplan zu den Bauabschnitten

Anlage 5 – Übersichtsplan zu den Materialien

 

Anlagen:  
  Nr. Status Name    
Anlage 1 1 öffentlich Anlage 1 - Finanzierungskonzept KBT 1. und 2. BA (112 KB)    
Anlage 2 2 öffentlich Anlage 2 - Übersichtsplan (5181 KB)    
Anlage 3 3 öffentlich Anlage 3 - Erläuterungen zu den Bausteinen (2506 KB)    
Anlage 4 4 öffentlich Anlage 4 - Übersichtsplan zu den Bauabschnitte (5178 KB)    
Anlage 5 5 öffentlich Anlage 5 - Übersichtsplan zu den Materialien (5358 KB)