Lübecks Kultursenator Ulrich Meyenborg stellte die Rettungsgrabung in der Kleinen Gröpelgrube am Mittwoch, 1. Oktober, vor. Da die Grabung sich auf den heutigen Straßenraum begrenzt, bleiben Siedlungsgröße und Umfang weiterhin offen. Die freigelegten Befunde und Funde lassen aber einiges über das Leben der Slawen erkennen. Aus zwei bis 40 Zentimeter mächtigen Kulturschichten wurde eine Menge Keramik geborgen, die die Siedlung in die Zeit vom 8. bis zum 12. Jahrhundert datiert.
Eine erfaßte Siedlungsgrube von drei Metern Breite und etwa ein Meter Tiefe ist als Grubenhaus anzusehen. Grubenhäuser waren bei den Slawen der traditionelle Gebäudetyp. Außerdem wurden zwei Feuerstellen freigelegt, wobei eine mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem Betrieb einer Töpferei in Verbindung steht. In der Feuerstelle befanden sich noch mehrere Granitsteine, die erhitzt und danach mit Wasser abgeschreckt worden sind, damit sie sich leichter zermahlen ließen. Der Granitgrus diente den slawischen Töpfern als Magerung für die Tonmasse.
Die Töpfereitradition überlebte offensichtlich bis in die deutsche Zeit, denn 1297 wird die Straße erstmalig als "parva platea lutifigulorum", also als kleine Straße der Lehmtöpfer, erwähnt. Auch der deutsche Straßenname deutet auf "Groper" - die Töpfer - hin. Eine Töpferei aus der Zeit um 1200, die bereits deutsche Harte Grauware produzierte, wurde in der Kleinen Burgstraße archäologisch nachgewiesen. +++
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