"Was ist geschehen?", fragt Bouteiller. Eine Kirche - die Gemeinde St. Marien im Herzen der Hansestadt - gewähre einer sechsköpfigen algerischen Familie Schutz vor Abschiebung. Sie stelle sich damit zwar gegen eine staatliche Maßnahme. "Die Kirchengemeinde trifft ihre Entscheidung jedoch aus Gründen der Menschlichkeit", so Bouteiller. Diese Entscheidung sei strikt zu achten.
Wer dies nicht tue und meine, eine durchaus mögliche andere Auffassung mit Gewalt durchsetzen zu können, müsse alle freiheitlichen Kräfte gegen sich wissen. "Wir dürfen uns von diesen kriminellen Menschen nicht einschüchtern lassen", so Bouteiller weiter. "Das beste Mittel gegen Einschüchterung ist der aktive Einsatz für unsere Stadt."
Bouteiller verweist auf gefährliche Stimmungen, die den Tätern den Boden für ihre Taten bereiteten. Dazu gehöre die falsche Behauptung, die Stadt engagiere sich nur für Ausländer und Fremde und nicht für die deutschen Lübecker. Genauso verfehlt sei es, angesichts der brennenden St.-Vicelin-Kirche das Engagement der Mariengemeinde zu verurteilen. Falsch sei aber auch, jetzt einen persönlichen Ausweg darin zu suchen, aus Furcht vor Anschlägen für soziales Engagement nicht mehr öffentlich einzutreten. "Dies alles trägt dazu bei, daß die Tat ihr Ziel erreicht," so der Bürgermeister. Denn das Ziel sei, unter den Menschen in Lübeck Haß zu säen. "Setzen wir all unseren Widerstand jenen entgegen, die mit ihrem Haß das friedliche Miteinander in unserer Stadt zerstören", schließt Bouteiller. +++
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