960195R 29. März 1996

Stadt zeichnet Entwürfe für Marktneugestaltung aus

Mit der Übergabe von fünf gleichwertigen Preisen an fünf Architekturbüros schloß die Hansestadt Lübeck am Freitag, 29. März, die erste Phase für die Neugestaltung des "Marktes" und ihres Stadtzentrums um die Marienkirche ab. Das aus 23 Experten bestehende Preisgericht vergab die mit je 34 000 Mark dotierten Preise an jeweils zwei Büros aus Hamburg und Berlin sowie an einen Entwurf aus Braunschweig.

Die Preisträger sind:

· Architekturbüro Jürgen Böge und Ingeborg Lindner-Böge, Hamburg

· Professor Bernhard Winking und Arbos Landschaftsarchitekten, Hamburg

· Architekturbüro Höhne & Rapp, Berlin

· Architektenbüro Bernd Multhaup, Bernd Niebuhr, Berlin

· Architekt Lorenz Langer, Braunschweig

Aus der Zahl der insgesamt 83 eingereichten Entwürfe ragten in den Augen der Jury auch die Arbeiten von Horst Reincke (Hamburg), Erk Meinertz/J. Philipp Heydel (Berlin), Rainer Steffens/Sigrid Meyer (Lübeck) und J. Modersohn/A. Freiesleben (Berlin) heraus. Diese vier Entwürfe wurden mit jeweils 10 000 Mark prämiert ("angekauft").

Wie Bausenator Dr. Volker Zahn bei der Preisvergabe erläuterte, hat der im Oktober 1995 ausgelobte Ideenwettbewerb um die Neugestaltung des Lübecker Marktes eine noch nie dagewesene Resonanz ausgelöst. Denn auf die europaweite Ausschreibung hin seien 194 mal die 200 Mark teuren Wettbewerbsunterlagen angefordert worden. 83 Arbeiten gingen schließlich in Lübeck ein, darunter auch Planungen aus Triest und aus Venedig. Aus Lübeck selbst waren 19 Büros vertreten. Von ihnen schaffte allerdings keines den Sprung unter die letzten fünf, die allein maßgeblich sind für die künftigen Planungsschritte.

Daß es keine abgestuften Preise und somit auch keinen ersten Preisträger gegeben hat, begründete das Preisgericht mit der Notwendigkeit, die Bevölkerung umfassend in die Planungen des städtebaulich wichtigsten Vorhabens der Hansestadt mit einzubeziehen und noch breiten Raum für die Mitwirkung aller gesellschaftsrelevanten Gruppen zu ermöglichen. Für Ende April ist eine Bürgerversammlung geplant, auf der die fünf ausgesuchten Arbeiten von ihren Schöpfern öffentlich erläutert und diskutiert werden. Daran anschließend soll es zu einer Überarbeitung kommen, bevor der Bebauungsplan aufgestellt wird. Erst danach wird es zu einer konkreten Planung in allen Details kommen, die am Ende umgesetzt wird.

Das Areal um den Lübecker Markt gilt als das städtebauliche Filetstück der Hansestadt. Es hat durch die Veränderungen nach 1870 und die Bombenschäden des zweiten Weltkrieges und vor allem auch durch den anschließenden Wiederaufbau viel von seinen urspünglichen Qualitäten und Funktionen verloren. Die Hansestadt will durch die Neugestaltung, die notwendig wird im Gefolge vom möglichen Abriß der ehemaligen Hauptpost und des statisch instabilen Stadthauses, eine umgreifende Verbesserung der baulichen Gestaltung aber auch eine stärkere öffentliche Nutzung des Marktes durch Neubau von Wohnungen, Büros und Geschäften erzielen.

Dem Preisgericht gehörten an:

Fachpreisrichter

Prof. Jochem Jourdan, Frankfurt

Dipl.-Ing. Ulla Luther, Berlin

Prof. Volkwin Marg, Hamburg

Prof. Karl-Joseph Schattner, Eichstätt

Dipl.-Ing. Teja Trüper, Lübeck

Dr.-Ing. Volker Zahn, Baudezernent Lübeck

Dipl.-Ing. Eberhard Zell, Lübeck

Stellvertretende Fachpreisrichter

Prof. Dr.-Ing. Dittmar Machule, Hamburg, ständig anwesend

Dipl.-Ing. Klaus Brendle, Lübeck

Dipl.-Ing. Peter Bruckner, Lübeck

Dipl.-Ing. Hans-Achim Körber, Lübeck

Sachpreisrichter

Michael Bouteiller, Bürgermeister Lübeck

Dr. Joh. Habich, Kiel

Prof. Carsten Jonas, Erfurt

Dipl.-Soz.Wirt. Uwe Mantik

Stellvertretende Sachpreisrichter

Dipl.-Kfm. Martin Brunkhorst, Hamburg

Dipl.-Ing. Uwe Hansen, Lübeck

Ulrich Meyenborg, Dezernent für Kultur und Bildung, Lübeck

Dr. Horst Siewert, Lübeck

Sachverständige

Dr. Klaus Alberts, Kiel

Dipl.-Ing. F. Deistler, Lübeck

Prof. Jonas Geist, Berlin

Dr. Reinhard Mutz, Lübeck. +++



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