Unter dem Titel "Mein Kopf und die Beine von Marlene Dietrich" präsentiert die Kulturstiftung Hansestadt Lübeck, Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum, eine Ausstellung, die die literarische Vorlage wie den Film gleichermaßen würdigt. Auf der gesamten ersten Etage des Hauses werden Entstehung und Wirkung von Buch und Film dargestellt.
Historische Fotos aus dem Lübeck der Jahrhundertwende und Erinnerungen an Heinrich Manns Schulzeit macht die Bezüge des Romans zu seiner Heimatstadt deutlich. Ein Zeugnisheft des jungen Heinrich Mann zeigt, daß er keineswegs ein fleißiger Schüler war: von Ostern bis September 1878 versäumte er insgesamt 172 Schulstunden. Das ebenfalls ausgestellte Exemplar der Erstausgabe des Romans aus dem Besitz des Autors weist mehrere Druckfehlerkorrekturen von seiner Hand auf. Anhand von zeitgenössischen Rezensionen sowie fremdsprachigen Ausgaben werden die Reaktionen, die das Buch nach seinem Erscheinen auslöste, anschaulich gemacht.
Zahlreiche Werkfotos, die während der Dreharbeiten aufgenommen wurden, dokumentieren die Entstehung des Films. Mit großem Aufwand wurde ein expressionistische Straßenkulisse nachgebaut, durch die Professor Unrat auf seiner Suche nach Lola Lola irrt. Die Fenster der Häuser geben den Blick frei auf wertvolle Stücke aus dem Nachlaß von Marlene Dietrich, Leihgaben der Marlene-Dietrich-Collection Berlin. Unter anderem werden ein Szenenmodell der Dreharbeiten sowie die Originalfilmkamera gezeigt. Neben einem Koffer aus dem persönlichen Reisegepäck von Marlene Dietrich wird außerdem die "Afrikanerpuppe" zu sehen sein, die in vielen ihrer Filme erscheint und die sie als ihr Maskottchen betrachtete.
Den Abschluß der Ausstellung bildet eine Rauminszenierung unter dem Titel "Die Villa vorm Tor". Hier wird das Ende des Romans anschaulich gemacht, in dem Unrat mit der Künstlerin Fröhlich ein berüchtigtes Etablissement in seiner Villa führt, während er im Film als heruntergekommener Clown endet. Der Raum fängt mit Zitaten aus dem Roman sowie Möbeln und Requisiten aus der Gründerzeit die Atmosphäre einer Stadt ein, deren Entsittlichung "von keinem zu unterbrechen war, weil zu viele darin verwickelt waren".
Die Ausstellung wurde von dem Leiter des Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrums Dr. Hans Wißkirchen und seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Stefanie Wehnert konzipiert. Das Design stammt - wie auch das der Dauerausstellung - von dem Studio Andreas Heller, Hamburg.
Die Schau ist vom 24. März bis zum 25. August täglich von 10 bis 17 Uhr im Buddenbrookhaus Lübeck, Mengstraße 4, zu sehen. Eingrittskarten für 6,- Mark, ermäßigt 3,- Mark, berechtigen auch zum Besuch der Dauerausstellung im Buddenbrookhaus.
Es erscheint ein Katalog mit zahlreichen Abbildungen zum Preis von 30,- Mark. Angeboten werden Führungen durch die Ausstellung sowie Diavorträge und literarische Spaziergänge auf den Spuren des Professors Unrat durch Lübeck. Der Museums-Shop hält ein spezielles Warensortiment bereit. Nähere Informationen sind unter der Telefonnummer 0451/12 241 92 erhältlich. +++
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