970395RK 30. Juli 1997

Sonderausstellung zu Thomas Manns Doktor Faustus

"Und was werden die Deutschen sagen??" - Unter diesem Titel zeigt das Buddenbrookhaus in Lübeck von Sonntag, 3. August, bis zum 12. Oktober eine große Sonderausstellung zu Thomas Manns Roman "Doktor Faustus". Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, zu sehen.

Thomas Manns letzter großer Roman "Doktor Faustus" erschien vor 50 Jahren in der Schweiz. Er berichtet über das Leben des Komponisten Adrian Leverkühn. Der Künstlerroman ist aber zugleich ein Epochenroman, der die deutsche Geschichte zwischen 1900 und 1945 aus Thomas Manns Sicht schildert.

Der Jahrhundertroman, von Thomas Mann selbst als das "Resumée meines Lebens" und "mein Parsifal" bezeichnet, wird in der Ausstellung unter fünf Aspekten beleuchtet. "Orte und Figuren", "Faust und Nietzsche", "Die Musik", "Der Deutschland-Roman" und "Die Wirkung" sind die einzelnen Abteilungen betitelt.

In dieser Breite noch nie präsentierte Quellenmaterialien, Arbeitsnotizen, Briefe sowie ausgewählte Seiten aus Originalmanuskript und Tagebüchern ermöglichen Einblicke in die literarische Werkstatt Thomas Manns. Zentrale Aspekte des Romans werden auf großformatigen Bild- und Texttafeln, sowie durch Film- und Videoausschnitte für den Besucher anschaulich dargestellt. Die oft autobiographischen Ursprünge der Orte und Figuren des Romans , zu denen unter anderem Thomas Manns Schwester Carla und sein Enkel Frido Vorbilder waren, können mit großer Exaktheit nachvollzogen werden.

Der Komplex "Faust und Nietzsche" zeichnet den Einfluß Nietzsches auf Inhalt und Konzept des Romans nach. Der "Musik" nähert sich die Ausstellung aus zwei Blickwinkeln. Zum einen werden die musikalischen Vorlagen des Romans veranschaulicht, zum anderen wird auf Werke zeitgenössischer Musik verwiesen, die wiederum Thomas Manns Roman zur Vorlage haben. Ein zentrales Thema ist "Doktor Faustus" als "Deutschland-Roman". Das Werk bezeichnete der Schriftsteller selbst als "ein fürchterlich deutsches Buch".

50 Jahre nach seiner Veröffentlichung ist die Rezeptionsgeschichtete eines Romans, der sich mit der politschen und menschlichen Katastrophe des Dritten Reiches auseinandersetzt, von ungebrochener Aktualität. Dieser Aspekt wird in der Ausstellung unter Einbeziehung von authentischem Bildmaterial beleuchtet. Film- und Tondokumente machen schließlich die enorme Wirkung deutlich.

Die Ausstellung wurde vom Thomas-Mann-Archiv in Zürich und dem Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum in Lübeck konzipiert. Die gestalterische Umsetzung lag in den Händen des Studios Andreas Heller, Hamburg. Der Katalog zur Ausstellung, 235 Seiten mit etwa 50 teils farbigen Fotos, ist im Verlag DrägerDruck, Lübeck, erschienen.

Hinweis für die Redaktionen:

Für die Presse werden für das Eröffnungsprogramm in der "Gemeinnützigen", Königstraße 5-7, am Sonntag, 3. August, Freikarten bereitgestellt, die im Buddenbrookhaus unter der Telefonnummer 0451 - 12 241 92 angefordert werden können. Vorbesichtigungen sind nur auf Anfrage möglich. +++



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