970357R 04. Juli 1997

Lübeck saniert Schulheizungen mit neuem Finanzmodell

Zusammen mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein startet die Hansestadt Lübeck ein Modell zur energie- und wärmetechnischen Sanierung von insgesamt acht Schulgebäuden. Das Projekt, das die Hansestadt und die Bank gemeinsam entwickelt haben, hat ein Investitionsvolumen von 7,5 Millionen Mark und ist im Land bislang ohne Vorbild.

Kern des Modells ist die Vorfinanzierung und die Bauausführung aus einer Hand. Dies ist bei städtischen Vorhaben konventioneller Art nicht üblich. Materiallieferungen, Bauleistungen und die Finanzierung werden jetzt gebündelt, um ein Angebot aus einer Hand zu bekommen. Die Stadt erhält in diesem Fall eine rasche Sanierung der Heizungen, mit der sie sofort Einsparungen der laufenden Kosten erzielen kann und hat anschließend 20 Jahre Zeit, die Kosten der Umbauarbeiten in Raten abzubezahlen.

"Im Mittelpunkt steht die Finanzierung eines wirtschaftlich und ökologisch optimierten Maßnahmenkataloges," erläuterte Peter Rieck, Sprecher der Geschäftsleitung der Investitionsbank Schleswig-Holstein, das Vorhaben. Das ausführende Unternehmen, in diesem Fall die CW-Planungsgesellschaft aus Hamburg, übernimmt neben der Bauausführung zu einem garantierten Festpreis auch die Finanzierung. Die CW-Planungsgesellschaft führt einen Zusammenschluß mehrerer Unternehmen für dieses Projekt an und kooperiert mit der Deutsche Anlagen-Leasing GmbH, Hamburg.

"Durch den Anschluß an Fernwärme, Austausch von Ölöfen gegen Gasheizungen, Erneuerung einfachverglaster Fenster und unwirtschaftlicher Leuchten und weitere energietechnische und wirtschaftlich optimierte Maßnahmen gelingt es der Hansestadt Lübeck, 40 Prozent Energie einzusparen und den Kohlendioxidausstoß der Gebäudeheizungen um über 60 Prozent zu reduzieren," erläutert Lübecks Senator für Kultur, Bildung, Sport und Jugend Ulrich Meyenborg. Damit werde die Hansestadt Lübeck einen großen Beitrag zum Klimaschutz im Sinne der Agenda 21 leisten.

Mit der Auswahl alternativer Ausschreibungsformen und der Entwicklung einer geeigneten Finanzierung wurde eine deutliche Kostenentlastung für die Hansestadt erreicht. Dabei haben sich lokale und regionale Bauunternehmen zusammengeschlossen, um sich gemeinsam an der Modernisierung zu beteiligen.

Die Baumaßnahmen werden überwiegend in den Sommerferien durchgeführt. Einige Abschlußarbeiten können auch noch in den Herbstferien 1997 anfallen. Bei der gesamten Durchführungsplanung hat das Amt für Schulwesen besonderen Wert darauf gelegt, daß die Beeinträchtigungen für Schülerinnen und Schüler so gering wie möglich ausfallen. Außerhalb der Ferien werden Arbeiten auch überwiegend in der unterrichtsfreien Zeit am Nachmittag und am Abend durchgeführt.

"Dieses Modell zeigt, daß neue Wege für die Finanzierung und Durchführung kommunaler Vorhaben möglich sind. Die Investitionsbank hat sich mit ihrem Projektmanagement auf die Entwicklung derartiger individueller Konzepte für öffentliche Auftraggeber spezialisiert," erläuterte Rieck abschließend.

Auch Senator Meyenborg zeigte sich zufrieden. "Besonders erfreulich ist für uns als Schulträger, daß wir nun endlich auch in unseren Dorfschulen richtige Heizungen bekommen und die stinkenden Ölöfen der Vergangenheit angehören werden."

Die Sanierungsarbeiten werden in folgenden Schulen durchgeführt: Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium, Rudolf-Groth-Schule/Matthias-Leithoff-Schule, Trave-Gymnasium/Trave-Realschule, Schule Utkiek, Schule Niendorf, Schule Niederbüssau, Schule Wulfsdorf sowie Pestalozzi-Schule, Dornbreite.

Nach Entfernen der alten Heizkessel in der Rudolf-Groth-Schule/Matthias-Leithoff-Schule bauten am Freitag, 4. Juli, Rieck und Meyenborg das erste Regelventil der neuen Heizungsanlage symbolisch ein. +++



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