Amtsleiter Heinz Hahne weist darauf hin, daß Gehölze in den Grünanlagen bestimmten Zielen dienen. Sie bilden Räume, zeigen an, wo Wege verlaufen, schützen vor Wind, Lärm und Staub. Gehölze sind außerdem Futter-, Rast- und Nistplätze für Vögel. Sie bilden - ähnlich wie Knicks - eine Lebensgemeinschaft auf Zeit. "Aber sie funktionieren nur so lange, wie sie gepflegt werden", sagt Hahne. "Nur dann dienen sie auch dem Naturerleben oder der Belebung größerer Bauten.
Die Frage, wo und wie geschnitten wird, läßt sich bei Parkgehölzen nicht so einfach beantworten wie bei Knicks, die alle acht bis zwölf Jahre "auf den Stock gesetzt" werden. Da der Rückschnitt von Gehölzen jedoch ebenfalls in einem mehrjährigen Rhythmus erfolgt, wird in jedem Jahr nur an wenigen Stellen geschnitten. Das Grünflächenamt nennt einige Beispiele für seine Arbeiten:
Bei wegbegleitenden Gehölzen wachsen die Zweige in den Weg hinein. Statt des sommerlichen heckenartigen Rückschnitts bietet es sich auch an, im Winter die erste, eventuell auch die zweite Strauchreihe, auf den Stock zu setzen. So zum Beispiel im Bürgerpark in Moisling. Erst nach einem mehrjährigen freien Wachstum wird die Knickschere erneut angesetzt.
Schulwälder oder Waldstreifen zwischen den Wohngebieten - wie in Kücknitz an der alten B 75 - müssen im Abstand von fünf bis zehn Jahren gelichtet werden. Sonst würde sich aus einem reichgarnierten und mehrstufig aufgebautem Wald mit Unterholz ein Stangenwald entwickeln.
An vielen Schulen und öffentlichen Gebäuden sind vor den Erdgeschoßfenstern Sträucher gepflanzt worden, um einen direkten Zugang zu den Fenstern zu verhindern. Gelegentlich wachsen die Sträucher so hoch, daß sie die Räume verdunkeln, zum Beispiel am Carl-Jacob-Burckhardt- und am Thomas-Mann-Gymnasium. Ein fachgerechter Rückschnitt bringt wieder Licht hinein.
In gärtnerischen Zierpflanzungen säen sich Bäume und Sträucher aus der Nachbarschaft von selbst aus und stehen dann der gewünschten Zusammensetzung im Wege. Besonders häufig sieht man Ahornsämlinge, aber auch Birken, Eichen und Holunder. Um die Struktur der Gehölzpflanzung zu erhalten, werden die unerwünschten Sämlinge, wie in den Wallanlagen, weggenommen.
Zäune zwischen öffentlichen Grünanlagen und Schulgrundstücken, Sportplätzen oder privaten Gärten werden oft von beiden Seiten mit Sträuchern zugepflanzt. Spätestens wegen der Reparatur eines Zaunes müssen die auf der öffentlichen Seite stehenden Sträucher zurückgeschnitten werden. So zum Beispiel im Grünzug St. Lorenz Süd.
In gemischten Gehölzpflanzungen entwickeln sich manchmal sogenannte Standbäume. Das sind besonders schöne Bäume, die aber nur zur Geltung kommen, wenn die um sie herumstehenden Sträucher zurückgeschnitten werden, wie in diesem Jahr in den Wallanlagen.
Dort, wo es möglich ist, werden die abgeschnittenen Zweige an Ort und Stelle geschreddert, das heißt zerkleinert, und in den Strauchpflanzungen verteilt. Wo das nicht geht, transportiert das Grünflächenamt die Zweige zur Deponie Niemark. Dort befindet sich eine zentrale Schredderanlage.
Anlieger oder Naturinteressierte, die mehr über die Gehölzpflege und die anstehenden Arbeiten wissen möchten, können sich an das Grünflächenamt unter der Telefonnummer 12 267 30 wenden. +++
Zurück zu den Pressemitteilungen