970024RK 16. Januar 1997

Buch über das Hebammenwesen in Lübeck 1889 - 1914 erschienen

In den vom Archiv der Hansestadt Lübeck herausgegebenen Veröffentlichungen zur Geschichte der Hansestadt Lübeck ist jetzt der Band 28 erschienen. Er trägt den Titel "Das Lübecker Hebammenwesen um die Jahrhundertwende 1889 - 1914". Archivleiterin Dr. Antjekathrin Grassmann stellte das 164seitige Buch am Donnerstag, 16. Januar, der Presse vor.

Die am Institut für Medizin- und Wissenschaftsgeschichtete der Medizinischen Universität zu Lübeck nach Anregung durch Professor Dr. von Engelhardt entstandene medizinische Dissertation von Catrin Halves klärt grundlegend die Fragen nach der tatsächlichen Fachkenntnis und Persönlichkeit der Hebammen um die Jahrhundertwende in der freien und Hansestadt Lübeck.

In auch für den Laien anschaulicher Form zeichnet die Autorin aus medizinischer und historischer Sicht die Entwicklung des öffentlichen Gesundheitswesens in Lübeck nach. Dazu benutzte sie die Quellen aus dem Archiv der Hansestadt Lübeck. Sie beschreibt das Amt des Hebammenlehrers, die Ausbildung der Hebammen und ihre Gründe für die Berufswahl sowie die speziellen Ausbildungsangebote in Lübeck, Rostock und Kiel.

Kundig geht Catrin Halves auch auf die Berufsausübung der Hebammen während Geburt und Wochenbett ein. Die soziale Lage der Hebammen wird nicht nur am Lübecker Hebammenverein demonstriert, sondern vor allem auch in der Lebensbeschreibung einer Lübecker Hebamme: ihrer Lebensplanung, Ausbildung und Berufstätigkeit. Es geht um den modernen Aspekt eines historischen Frauenberufes, seiner Eigenart, Durchsetzung und Einschätzung.

Der Druck des Buches konnte nur durch die finanzielle Hilfe der Dräger-Stiftung München/Lübeck, der Reinhold-Jarchow-Stiftung, Lübeck, und des Verbands Frau und Kultur, Lübeck, ermöglicht werden. Das Buch ist im Buchhandel zum Preis von 24,80 Mark erhältlich. +++

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