"Das Archiv der Hansestadt Lübeck schätze sich glücklich, in dem Findbuchverzeichnis 4 die Fülle von Informationen über die Nachkriegszeit, den Wiederaufbau und die bewegten 60er Jahre vorlegen zu können", sagte die Archivleiterin. In dem 239seitigen Aktenverzeichnis sind die Titel der Unterlagen der zentralen Behörde der Hansestadt Lübeck eingehend erfaßt und durch ein Register erschlossen.
Es seien nur einige Stichworte genannt: Aufbau der Stadtverwaltung, Wiedereinsetzung der Bürgerschaft, ausländische Zivilarbeiter, Wohnungsbau: Seit Ende des 2. Weltkriegs wandelte sich das Stadtbild ungemein. Die Zerstörungen des Bombenangriffs wurden beseitigt, neue Stadtteile entstanden. Die Bevölkerung mußte versorgt, neue Industrie angesiedelt werden. Dabei sind die Veränderungen, die seit 1945 geschahen, nicht nur für die Lübecker Stadtgeschichtete interessant. Keine Großstadt mußte so viele Flüchtlinge aufnehmen wie Lübeck. Durch die Zonengrenze ging das Hinterland verloren. Lübeck lag als einzige deutsche Großstadt direkt am "Eisernen Vorhang". Eine Situation, die viele Entwicklungen im "Kalten Krieg" beispielhaft aufzeigen kann.
Das Archiv der Hansestadt Lübeck freut sich, den zentralen und wertvollen Bestand jetzt der Forschung zugänglich gemacht zu haben. Ermöglicht wurde die Veröffentlichung durch die finanzielle Unterstützung der Possehl-Stiftung, der nicht nur das Archiv, sondern auch künftige Forschergenerationen sehr zu Dank verpflichtet sind und sein werden. Der Band "Findbücher 4" ist im Buchhandel zum Preis von 15 Mark erhältlich.
Findbücher 1 - 3 - Kaufmännische Archive
Wer sich über Lübeck vom 16. bis zum 19. Jahrhundert orientieren möchte, findet das Gewünschte in den "Findbüchern 1 - 3". Die Verzeichnisse erleichtern die Einsicht in die im Archiv der Hansestadt Lübeck seit der Archivalienrückführung aus der ehemaligen DDR und der ehemaligen UdSSR 1987/90 wieder vorhandenen Akten. Verzeichnet sind Handel und Wandel, einzelne Kaufleute, die Gewerbetreibenden und die Postverwaltung. Und nicht zuletzt kann man sich über die Beziehungen nach Rußland, nach Stockholm, ins Baltikum und vieles mehr mühelos orientieren.
In der Einleitung zu jedem Band lassen sich die fast kriminalistisch zu lesenden, schicksalhaften Ereignisse der kriegsbedingten Auslagerung 1942 und die Rückkehr sowie die heutigen Schwierigkeiten bei der Ordnung der Unterlagen nachlesen. Denkt man an die gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklungen der Europäischen Union, so sind deren Grundgedanken, Ziele und Erfolge eigentlich alle schon einmal in diesen Lübecker Archivalien nachvollziehbar.
Das Archiv der Hansestadt Lübeck wünscht sich viele Benutzer. Es ist besonders stolz, die Findbücher 1 und 2, Ladenpreis 15 Mark, und Band 3, Ladenpreis 10 Mark, jetzt vorlegen zu können. Zugleich dankt das Archiv der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die eine wissenschaftliche Hilfskraft finanzierte. Es ist geplant, die Findbuchreihe fortzusetzen mit den Übersichten über den Inhalt des sogenannten Alten Senatsarchivs. +++
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