960030L 19. Januar 1996

Rote Liste gefährdeter Fledermäuse in Lübeck

Rechtzeitig vor dem Erwachen der hungrigen Nachttiere im März/April aus dem Winterschlaf gibt das Lübecker Umweltamt eine Regionale Rote Liste gefährdeter Fledermäuse in Lübeck heraus. Umweltsenatorin Maria Krautzberger stellte die druckfrische Broschüre am Freitag, 19. Januar, der Presse vor.

Es ist die siebente "Regionale Rote Liste" gefährdeter Tier- und Pflanzenarten in der Hansestadt. Auf 24 Seiten stellt sie die heimischen zehn Fledermausarten anhand von Steckbriefen vor. Sie enthält Anregungen und Tips, wie die Lebensbedingungen, zum Beispiel, Nahrungsbiotope, Jagdreviere und Wohnquartiere, der Fledermäuse verbessert werden können. Außerdem werden die Gefährdungsursachen geschildert und Schutz- und Hilfsmaßnahmen genannt.

In Lübeck sind die Fransenfledermaus, die Große Bartfledermaus, die Teichfledermaus und die Zweifarbfledermaus vom Aussterben bedroht. Stark gefährdet sind die Rauhhautfledermaus und das "Braune Langohr". Gefährdet sind außerdem die Breitflügelfledermaus, der "Große Abendsegler", die Zwergfledermaus und die Wasserfledermaus.

Seit 1987 registrieren Ursula und Karl-Heinz Becker im Auftrag des Umweltamtes im Gebiet der Hansestadt Lübeck systematisch Funde und Meldungen und nehmen Kartierungen vor. Erst durch die kenntnisreiche Unterstützung der beiden Fledermausexperten und weiterer Fledermausschützer wurde die Rote Liste ermöglicht, betonte Senatorin Krautzberger. Trotzdem sei davon auszugehen, daß ein großer Teil der Fledermausvorkommen und insbesondere der Sommerquartiere noch nicht erfaßt werden konnte.

Die kleinen "Kobolde der Nacht" hätten ungerechterweise immer noch das Vampir-Image. Sie seien aber alles andere als das. Fledermäuse gelten als Insekten fressende Nützlinge, die pro Sommer rund eine halbe Million Insekten vertilgen und nur dort leben können, wo die natürliche Lebensumwelt für sie noch in Ordnung ist.

Schülerinnen und Schüler der Klasse 1 c der Lübecker Domschule hatten auf ihre Art dazu beigetragen, daß auch völlig unbekannte Fledermaus-Arten - aus Papier gebastelt - im Ausstellungsraum des Umweltamtes zu sehen waren..

Wer in Lübeck eine Fledermaus findet, lebend oder auch tot, irgendwo ein Quartier vermutet oder Rat benötigt, sollte die Lübecker Fledermausexperten Ursula und Karl-Heinz Becker,Telefon 0451/89 57 41, oder die Arbeitsgruppe Fledermausschutz und Forschung Schleswig-Holstein, Telefon 04551/10 33, anrufen. Er kann sich aber auch an das Umweltamt, Untere Naturschutzbehörde der Hansestadt Lübeck, Telefon 0451/122 239 64, an Olaf Niehus wenden.

Interessierte Bürger erhalten die Rote Liste "Fledermäuse" vom 19. Januar an kostenlos im Umweltamt, Klingenberg 7, und im Lübeck-Info-Zentrum, zur Zeit Beckergrube 95, ab Februar im Kanzleigebäude, Breite Straße 62. +++



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