960023L 18. Januar 1996

Warum muß das Gehölz in den Grünanlagen geschnitten werden?

Auch in diesem Winter nimmt das Lübecker Grünflächenamt wieder zahlreiche Gehölzschnittarbeiten in den Grünananlagen der Hansestadt vor. Zur Information der Bevölkerung, die meist regen Anteil an den Arbeiten nimmt und die Maßnahmen nicht selten mißversteht, erläutert das Amt, warum das Schneiden des Grüns als pflegerische Maßnahme notwendig ist.

Wie Amtsleiter Heinz Hahne ausführt, haben Gehölze in den Grünanlagen eine bestimmte Funktion: Sie bilden Räume, sie zeigen an, wo Wege verlaufen, sie schützen vor Wind, Lärm und Staub. Und sie sind Futter-, Rast- und Nistplätze für Vögel. Sie bilden - ähnlich wie Knicks - eine Lebensgemeinschaft auf Zeit. "Aber sie funktionieren nur so lange, wie sie gepflegt werden", sagt Hahne. "Nur dann dienen sie auch dem Naturerleben oder der Belebung größerer Bauten. Sie wollen aber je nach ihrer Art gepflegt, das heißt geschnitten, sein."

Die Frage, wo und wie geschnitten werden muß, läßt sich bei Parkgehölzen jedoch nicht so einfach beantworten wie bei Knicks, die alle acht bis 12 Jahre "auf den Stock gesetzt" werden. Hier muß an Ort und Stelle geprüft und entschieden werden. Das sollen die folgenden Beispiele verdeutlichen:

Beispiel 1: Bei einem wegebegleitenden Gehölz wachsen die Zweige in den Weg hinein. Statt eines sommerlichen heckenartigen Rückschnitts bietet es sich auch an, im Winter die erste, eventuell auch die zweite Strauchreihe, auf den Stock zu setzen und erst nach einem mehrjährigen freien Wachstum erneut die Knickschere anzusetzen.

Beispiel 2: Schulwälder oder Waldstreifen zwischen den Wohngebieten müssen im Abstand von 5 bis 10 Jahren gelichtet werden, damit sich kein Stangenwald, sondern ein reichgarnierter und mehrstufig aufgebauter Wald mit Unterholz entwickelt.

Beispiel 3: An vielen Schulen und öffentlichen Gebäuden stehen vor den Erdgeschoßfenstern Sträucher, um einen direkten Zugang zu den Fenstern zu verhindern. Gelegentlich wachsen die Sträucher aber so hoch vor die Fenster, daß sie die Räume verdunkeln. Ein fachgerechter Rückschnitt bringt wieder Licht hinein.

Beispiel 4: In gärtnerischen Zierpflanzungen samen sich oft Bäume und Sträucher aus der Nachbarschaft an. Besonders häufig sieht man Ahornsämlinge, aber auch Birken, Eichen und Holunder. Sie wachsen meist an einer Stelle, wo sie im Weg stehen und wo sie die Zusammensetzung der Strauchbepflanzung verändern würden. Um die Struktur der Gehölzpflanzung zu erhalten, müssen die durchsetzungsstarken, aber nicht überall erwünschten Sämlinge weggenommen werden.

Beispiel 5: Zäune zwischen öffentlichen Grünanlagen und Schulgrundstücken, oder Sportanlagen oder privaten Gärten werden meistens von beiden Seiten her mit Sträuchern zugepflanzt. Spätestens wenn die Reparatur eines Zaunes ansteht, wird vom Grünflächenamt erwartet, daß die auf der öffentlichen Seite stehenden Sträucher zurückgeschnitten werden. Dieser Forderung kann sich das Grünflächenamt nicht verschiedenesließen.

Beispiel 6: In Gehölzpflanzungen, die aus Bäumen und Sträuchern bestehen, entwickeln sich manchmal besonders schöne Standbäume, die aber nur dann richtig zur Geltung kommen, wenn sie freigestellt werden.

An den Stellen, wo es möglich ist, werden die Zweige an Ort und Stelle geschreddert und in den Standflächen der Gehölze verteilt. Wo das nicht geht, werden die Zweige zur Deponie Niemark gebracht, wo sie zerkleinert werden. Grünanlagen gibt es fast überall im Stadtgebiet. Da ein Rückschnitt von Gehölzen nur in einem langjährigen Rhythmus erfolgt, wird nicht überall, sondern nur an wenigen Stellen geschnitten. Im Bedarfsfall geben die zuständigen Gartenmeister Auskunft über die anstehenden Arbeiten. Diese erreicht man über Telefon 12 267 30. +++



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