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„100 Jahre Frauenwahlrecht - Femmage an Hedwig Dohm“

11.9.2018

Gemeinsam mit dem DGB, Stadtverband Lübeck, 2018 lädt das Lübecker Frauenbüro zu einer „Femmage“ an Hedwig Dohm ein.

Anlass ist die Durchsetzung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren in Deutschland. Bereits 1873 forderte Hedwig Dohm (1831-1919) das Stimmrecht für Frauen und setzte sich in ihrem umfangreichen Gesamtwerk für die politische, soziale und ökonomische Gleichberechtigung von Männern und Frauen ein. Hedwig Dohm (Großmutter von Katia Mann) betonte schon 1876, dass Betroffene auch Autor*innen von Gesetzen sein müssen, damit sie als legitim erachtet werden können. Solange Frauen an der Abstimmung nicht beteiligt seien, seien Entscheidungen per se "gegen sie, weil ohne sie" schrieb sie in "Der Frauen Natur und Recht".

100 Jahre Frauenwahlrecht sei einerseits ein Grund zu feiern, so Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lübeck. "Aber wählen allein ist nicht genug. Bei einem Frauenanteil von knapp 30% in der Lübecker Bürgerschaft braucht es Strukturen, die den grundgesetzlichen Auftrag der Gleichstellung von Frau und Mann ernst nimmt" fordert Sasse und spielt damit auf den Gleichstellungsausschuss an, dessen Einrichtung die Lübecker Bürgerschaft in der letzten Sitzung mit Mehrheit abgelehnt hat.

"Das Werk von Hedwig Dohm hat nichts an Aktualität verloren" stellt auch Mitveranstalter Sven Quirder, Vorsitzender des DGB-Stadtverbandes fest, und zitiert Hedwig Dohm mit dem Satz ,,Man kommt sich auf dem Gebiete der Frauenfrage immer wie ein Wiederkäuer vor."

Die Femmage an Hedwig Dohm ist eine Mischung aus szenischer Lesung, Interview und feministischem Kabarett. Die Autorinnen Nikola Müller und Isabel Röhner laden gemeinsam mit dem Schauspieler Gerd Buurmann dazu ein, Hedwig Dohms bemerkenswerte Texte kennenzulernen.

"Die erwähnten Zitate geben einen Eindruck von der Brillanz der Texte Hedwig Dohms, die noch heute nichts von ihrer Frische und Aktualität verloren haben - und wie gemacht sind für die Bühne", sind sich Quirder und Sasse einig und freuen sich auf einen interessanten Abend.

Femmage an Hedwig Dohm - Szenische Lesung, Interview, feministisches Kabarett
Ort: Aula des Johanneums, Bei St. Johannis 1-3
Freitag, 21. September, 18 Uhr
Hutkasse

Hintergrund:
Lange haben Frauen um das Frauenwahlrecht gestritten. Am 19. Januar 1919 konnten sie in Deutschland erstmals weibliche Abgeordnete in ein deutsches Zentralparlament wählen. Den Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung ging ein Beschluss des Rates der Volksbeauftragten (12. November 1918) voraus, der Frauen und auch allen Männern -mit Abschaffung des Dreiklassenwahlrechtes- die lang erstrebte volle Beteiligung am politischen Leben ermöglichte. Vertreterinnen der Frauenbewegung, wie Louise Otto und Hedwig Dohm, hatten bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts das Stimmrecht für Frauen gefordert. 1902 entstand schließlich der von Anita Augsburg und Lida Gustava Heymann gegründete "Verein für Frauenstimmrecht". Für dieses Recht demonstrierten am 19. März 1911 mehr als eine halbe Million Frauen in Berlin.

© Foto:  Hedwig-Dohm-Trio Rohner/Buurmann/Müller, © Copyright Iris Weber

© Foto: Hedwig-Dohm-Trio Rohner/Buurmann/Müller, © Copyright Iris Weber