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Denkmallisten der Hansestadt Lübeck

In Schleswig-Holstein und damit auch in der Hansestadt Lübeck gilt seit dem 30.01.2015 ein neues Denkmalschutzgesetz. Es regelt den Schutz und die Pflege des vielfältigen kulturellen Erbes im Land.

Die grundsätzliche Zielsetzung des neuen Denkmalschutzgesetzes umschreibt die vorangestellte Präambel wie folgt:
Grundlage für die Gestaltung der Zukunft ist die Erinnerung an die Vergangenheit. Sie stützt sich auf Orte, bewegliche und unbewegliche Objekte und immaterielle Zeugnisse wie Sprache, Brauchtum, traditionelle Handwerkstechniken oder Musik. Aufgabe des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege ist es, diesem Grundbedürfnis des Einzelnen und der Gesellschaft nach Erinnerung zu dienen. Dies setzt die Zusammenarbeit von Behörden und Eigentümerinnen und Eigentümern, aber auch von anderen Betroffenen, z.B. Nutzerinnen und Nutzern oder ehrenamtlich Tätigen voraus. Denkmale sind materielle Zeugen menschlichen Wirkens. Sie dokumentieren historische Ereignisse und Entwicklungen, künstle-rische Leistungen, technische Errungenschaften, soziale Lebenswirklichkeiten, unabhängig davon ob diese heute positiv oder negativ bewertet werden. Sie sind Teil des heutigen Lebensraumes und der heutigen Kultur. Durch Denkmale schützt und vertieft die Gesellschaft ihre Identität sowie Toleranz und Solidarität mit verschiedenen Gruppierungen, einschließlich den Minderheiten. Denkmalschutz und Denkmalpflege ermöglichen es künftigen Generationen, Geschichte zu erfahren, wahrzunehmen, zu interpretieren und zu hinterfragen. Erkenntnisse über Denkmale müssen daher öffentlich zugänglich sein. Daher ist es der Gesellschaft ein Anliegen, den überlieferten Denkmalbestand zu erhalten. Eine angemessene Nutzung begünstigt die langfristige Erhaltung. Jede Nutzung muss sich an der Substanzerhaltung orientieren.

Innerhalb des Gesetzes besitzt die Hansestadt Lübeck eine besondere Stellung. Das bisher einzige UNESCO Welterbe Schleswig-Holsteins wird mit gesonderten Bestimmungen be-rücksichtigt, die den sachgerechten Umgang mit dem Welterbe und seiner Umgebung, der Pufferzone regeln. In Lübeck wird dies mit der gesetzlich festgeschriebenen Stellung der Stadt als obere Denkmalschutzbehörde sowie der Welterbebeauftragten wahrgenommen, die Stadt kann damit selbständig und abschließend die Belange des Denkmalschutzes wahrneh-men, so wie sich dies in den letzten Jahrzehnten schon bewährt hat.
In Abänderung der vorher bestehenden Regelungen werden Kulturdenkmale mit dem neuen Gesetz über eine Verzeichnung in einer Denkmalliste erfasst. Diese Denkmalliste wird künftig in Veröffentlichungen regelmäßig aktualisiert. Über die Eintragung wird der jeweilige Eigentümer/Eigentümerin von der Denkmalschutzbehörde benachrichtigt. Alle bisherigen im Denkmalbuch erfassten Denkmale sind automatisch Bestandteil der neuen Denkmalliste, ebenso die früheren sogenannten einfachen Kulturdenkmale, solange für sie eine Steuerbe-scheinigung erlassen wurde. Laut Gesetz ist künftig der Schutz der Kulturdenkmale nicht von der Eintragung in die Denkmalliste abhängig, ebenso wenig ist die Liste abschließend, sondern wird den jeweiligen Erkenntnissen angepasst. Trotzdem greifen die denkmalrechtlichen Bestimmungen erst dann, wenn diese der Eigentümerin / dem Eigentümer bekannt gegeben worden sind.
Wie schon in allen Gesetzen vorher, setzen Instandsetzungen, Veränderungen oder Vernich-tungen von Kulturdenkmalen, Überführungen, Veräußerungen und Veränderungen der Um-gebung eine Genehmigung der zuständigen Denkmalschutzbehörde nach vorherigem Antrag voraus. Gleiches gilt für beeinträchtigende Maßnahmen in den Schutzzonen wie Welterbestätten, Grabungsschutzgebieten und Denkmalbereichen.
Bei allen entsprechenden Maßnahmen auf Lübecker Stadtgebiet ist es geboten, sich rechtzeitig vorher mit dem in Lübeck zuständigen Bereich Archäologie und Denkmalpflege in Verbindung zu setzen, um fachlichen Rat einzuholen.
Im Wesentlichen unverändert sind die Bestimmungen zum Umgang mit archäologischen Kulturdenkmalen und Funden geblieben. So sind alle Fundsituationen und Funde der Denkmal-schutzbehörde anzuzeigen, damit über den weiteren Umgang damit entschieden werden kann. Die gezielte Suche nach Kulturdenkmalen ist vorher zu beantragen und zu genehmigen.
Das neue Gesetz sieht bei Verstößen gegen die Bestimmungen verschiedene Maßnahmen vor, die von der Ahndung als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern bis hin zur Feststellung einer Straftat mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bei schweren Vergehen reichen, wie z.B. der ungenehmigten Vernichtung von Kulturdenkmalen oder Entwendung von archäologischen Kulturdenkmalen.
Den genauen Wortlaut des Gesetzes finden Sie hier:

Nähere Informationen und Beratung finden Sie im Bereich Archäologie und Denkmalpflege der Hansestadt Lübeck, Abteilung Archäologie und Abteilung Denkmalpflege unter den angegebenen Kontaktmöglichkeiten.
Über das UNESCO Welterbe Altstadt Lübeck informiert und berät die Welterbekoordinatorin im Bereich Stadtplanung und Bauordnung.

Informationen:

Die erste Veröffentlichung der Denkmalliste finden Sie hier im Anhang, sie wird laufend ergänzt und vervollständigt. In einem ersten Schritt umfasst sie die Objekte, die bereits in Vorgängergesetzen geschützt waren und gemäß der Übergangsvorschriften des aktuellen Gesetzes in die Denkmalliste überführt worden sind.

Der aktuelle Bearbeitungsstand der Denkmalliste für die Baudenkmale umfasst die Innenstadt und den Stadtteil Travemünde. Die übrigen Stadtteile sowie Neuerfassungen und Ergänzungen werden regelmäßig ergänzt und hier veröffentlicht.


Die Denkmalliste der archäologischen Kulturdenkmale verzeichnet abschließend alle bisher im früheren Denkmalbuch unter Schutz gestellten Denkmale. Neuerfassungen und Ergänzungen werden regelmäßig ergänzt und hier veröffentlicht.



Die Landwehr der Hansestadt Lübeck jetzt auf der Denkmalliste Bekanntmachung und Veröffentlichung gemäß § 8 (3) Denkmalschutzgesetz SH
Ein aktueller Eintrag ist mit Aufnahme der gesamten mittelalterlichen Landwehr in die Denkmalliste erfolgt. Die Landwehr der Hansestadt Lübeck aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts ist mit den Landgräben und streckenweise vorhandenen begleitenden Wällen auf einer Länge von ca. 40km rings um die historische Altstadt im Wesentlichen erhalten. Sie ist ein Kulturdenkmal von besonderem stadt- und landesgeschichtlichem Wert und besitzt einen prägenden Wert für die Kulturlandschaft. An vielen Stellen markiert sie noch heute existierende Gemarkungs-, Stadt-, Kreis- und Landesgrenzen und nimmt vermutlich schon vorher bestehende ältere Grenzverläufe auf. Somit entspricht sie den Begriffsbestimmungen des § 2 Denkmalschutzgesetz SH und ist gemäß § 8 in die Denkmalliste einzutragen. Dies ist unter der Objektnummer 280 erfolgt. Damit unterliegt das Kulturdenkmal den Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes. Die Benachrichtigung der Eigentümerinnen und Eigentümer kann in diesem Fall nicht erfolgen, da mehr als 20 Eigentümer betroffen sind. Mit der aktuellen Veröffentlichung an dieser Stelle gilt diese gemäß § 8 (3) DSchG SH als öffentliche Bekanntmachung. Der genaue Verlauf der vom Schutz betroffenen Landwehr ist beim Bereich Archäologie und Denkmalpflege, Abt. Archäologie, der Hansestadt Lübeck hinterlegt und kann auch hier eingesehen werden: Verlauf der vom Schutz betroffenen Landwehr.
Der Schutz umfasst den Verlauf der Fließ- und Stillgewässer der jeweiligen Landgräben, deren Uferzonen und die begleitenden Wälle. Geschützt sind auch die Teile des früheren Verlaufs, die im Gelände oberirdisch nicht mehr sichtbar sind durch Verrohrungen, Überbauungen oder Straßentrassen. Im Verlauf des Elbe-Lübeck-Kanals zwischen Brücke Kronsforde und Eisenbahnbrücke Genin ist die ehemalige Landwehr/Stecknitz zu großen Teilen im Kanalbau aufgegangen. Die Verzeichnung hat daher hier wie im Bereich Trave und Wakenitz deskriptiven Charakter.

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