Die Unternehmensphilosophie der städtischen Seniorinneneinrichtungen
Gemeinwohlorientierung und Unternehmenszweck
Erwirtschaftete Gewinne verbleiben in den Einrichtungen. Sie kommen ausschließlich den Bewohnerinnen und Bewohnern zu Gute und werden nicht an den Eigentümer ausgeschüttet. Realisierte Gewinne dienen ausschließlich der Risikoabwehr (allgemeine Betriebsmittelrücklage), der notwendigen Finanzierung von Technik und Fortschritt und der Optimierung der Angebotsqualität (zweckgebundene Rücklagen).
Unsere Einrichtungen sorgen gegenüber allen Beteiligten für wirtschaftliche Transparenz, insbesondere im Rahmen der kommunalen Berichterstattung.
Wir verfolgen im Rahmen der Trägervielfalt im Grundsatz keine expansiven Marktstrategien. Es werden nur Marktanteile angestrebt, die unserer Rolle im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge entsprechen und Kostendeckung wie Entwicklungsfinanzierung ermöglichen.
Wir betreiben Qualitätsstrategien, setzen auf ein hohes Niveau an Qualität und streben ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis an.
Die städtischen vollstationären SeniorInneneinrichtungen sind konfessionsunabhängig und gemeinnützig. Zweck der Einrichtungen ist nicht die Gewinnerzielung. Unsere Zweckbestimmung ist die individuell optimale Pflege, Betreuung und Versorgung pflegebedürftiger älterer Menschen entsprechend den neuesten Erkenntnissen in der Altenpflege durch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ziel der Pflege- und Betreuungsleistungen ist die größtmögliche Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit einer jeden Bewohnerin/eines jeden Bewohners.
In allen Einrichtungen wird eine den individuellen Bedürfnissen angepasste, vorbeugende, aktivierende und rehabilitative Pflege praktiziert. Gemäß dem auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden Modell Aktivitäten und Existentielle Erfahrungen des Lebens (AEDL-Modell) der Professorin Monika Krohwinkel werden die Bewohnerinnen und Bewohner im Rahmen der Pflege hinsichtlich der Aktivitäten des täglichen Lebens unterstützt und gefördert.
Ziel dieses Modells ist es, unter
Berücksichtigung der jeweiligen körperlichen, geistigen und
seelischen Bedürfnisse, die Erhaltung bzw. Wiedergewinnung einer
möglichst selbständigen Lebensführung zu fördern und somit
ein menschenwürdiges Dasein und das Selbstbestimmungsrecht zu
gewährleisten. Deshalb gilt in allen acht Häusern der Leitsatz:
So viel Selbständigkeit wie möglich und so viel Hilfe wie
nötig!
Leitlinien für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource.
- Hohe fachliche und soziale Kompetenz, einhergehend mit überdurchschnittlichem Fachkräfteanteil und geringer Fluktuation, tragen zur Entwicklung und Sicherung der Pflegequalität bei.
- Engagement, Professionalität, Qualität, Identität und Kreativität bestimmen die für die anvertrauten Bewohnerinnen und Bewohner zu erbringenden Dienstleistungen.
- Das demokratische Selbstverständnis in unseren Einrichtungen verpflichtet zu einem kooperativen Führungsstil.
- Unsere Führungskräfte sind Vorbild im Verhalten und Handeln. Sie führen ihr Mitarbeiterteam kooperativ und mit klaren, gemeinsam vereinbarten und erreichbaren Zielen. Die Teamarbeit beruht auf gegenseitiger Achtung, Akzeptanz und Würdigung der individuellen Leistung.
- Die aktive Mitwirkung an den Entscheidungsprozessen stärkt die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihren langjährigen Verbleib in den Einrichtungen.
- Wir fördern die berufliche und persönliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch gezielte, an den Bedürfnissen unserer Bewohnerinnen und Bewohner orientierten Aus- und Fortbildung. Wir sind anerkannter Ausbildungsbetrieb für die Altenpflegeausbildung nach dem Bundesaltenpflegegesetz.
- Wir fördern die Gleichstellung von Frauen und Männern und stehen ein für die Integrität aller Menschen.
Unsere Grundsätze der Leistungserbringung und Leistungsqualität
Wir handeln nach folgenden Grundsätzen:
- Wir wollen jederzeit eine hohe Kundenzufriedenheit sicherstellen.
- Wir sichern eine individuelle, ganzheitliche und aktivierende Pflege und Betreuung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen mit dem Ziel einer größtmöglichen Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit einer/eines jeden Bewohnerin/Bewohners.
- Wir arbeiten bedürfnis- und qualitätsorientiert, sichern und verbessern durch unser Qualitätsmanagementsystem kontinuierlich unsere Dienstleistungen für unsere Kundinnen und Kunden.
- Wir tragen durch wirtschaftliches Handeln zur Bestandssicherung unserer Pflegeeinrichtung bei sowie zur Weiterentwicklung unseres Unternehmens.
- Wir sorgen für eine hohe Qualifikation, Kompetenz und Motivation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
- Wir beteiligen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen des Qualitätsmanagements in Fragen der Leistungserbringung und Leistungsqualität. Die Teamorientierung ist ein wesentliches Organisationsprinzip.
- Wir verstehen uns als ein innovatives Dienstleistungsunternehmen. Wir nutzen den wissenschaftlichen Fortschritt und sind aufgeschlossen gegenüber Impulsen. Unsere Innovationsfähigkeit beruht ganz wesentlich auf der Motivation, Fachlichkeit und Kreativität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie einer konsequenten Bewohnerinnen/Bewohner-, Qualitäts-, Markt- und Gemeinwohlorientierung. Jüngstes Beispiel unserer Innovationsfähigkeit ist die Einrichtung einer gerontopsychiatrischen Abteilung in unserer Betriebsstätte Am Behnckenhof.
- Durch unsere Integration in die kommunale Selbstverwaltung können auch Impulse aus dem Gemeinwesen und der kommunalen Selbst verwaltung frühzeitig und entscheidungsnah aufgegriffen und umgesetzt werden. Die Realisierung vernetzter und kooperativer Lösungen vor Ort ist auch insofern chan cenreich.
- Wir leisten Qualitätsarbeit auf hohem Niveau im Handlungsrahmen des anerkannten Qualitätsmanagementsystems DIN EN IS0 9001:2000.
- Die Zertifizierung unseres Betriebes nach diesem Qualitätsmanagementsystem erfolgte im Januar 2005 und die Re-Zertifizierung durch das weltweit tätige neutrale Zertifizierungsinstitut SGS-ICS. Prüfungen des Systems werden durchgeführt, die die permanente Wirksamkeit und Entwicklung des Qualitätsmanagementsystems sicherstellen.
- Die Maßstäbe für die anzu strebende Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität sind dabei hoch. Die Qualitätsziele werden in allen Leistungsbereichen für alle Leistungstypen und Kernprozesse definiert, die Zielerreichung sichergestellt. Die Qualität wird kontinuierlich und systematisch verbessert.
- Zusätzlich ist die Qualität unserer Dienstleistungen im Rahmen eines pflegespezifischen Testes (Care-Test) be wertet (Punktesystem). Unser Betrieb bekam die Auszeichnung „Gold“.
- Wir beachten den Grundsatz der Gesetzmäßigkeit. Die Bindung an Recht und Gesetz ist auch und gerade für uns als kommunale Pflegeeinrichtung eine maßgebliche und ver trau ensbildende Handlungsmaxime.
- Wir halten, was wir versprechen. Kompetenz und Zuverlässigkeit sind für uns wesentliche Leistungsmerkmale.
Pflege- und Betreuungskonzept der Städtischen SeniorInneneinrichtungen
Im Sinne unseres Pflegeprozeß-Modells (AEDL-Krohwinkel) soll allen Bewohnerinnen und Bewohnern ein ihre Biografie und bisherigen Lebensgewohnheiten berücksichtigendes zufriedenes Leben ermöglicht werden, u. a. durch
- eine von dem/der Bewohner/Bewohnerin gewünschte stadtteilbezogene Heimaufnahme
- Bereitstellung eines vielfältigen Wohnangebots
- Unterstützung beim Einleben in der Einrichtung
- eine weitestgehend mögliche Beteiligung bei der Zimmergestaltung, beim Tagesablauf, beim Freizeitprogramm und bei der Essenplanung, um eine möglichst häusliche Atmosphäre zu erreichen
- Einbeziehen von Angehörigen in die Pflege und Betreuung, um die Lebensqualität zu verbessern und zu fördern - soweit wie möglich und erwünscht -
- Schaffung von Vertrauensbeziehungen zwischen Bewohnern/Bewohnerinnen und Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen sowie Unterstützung und Förderung von Kontakten der Bewohner/Bewohnerinnen untereinander
- eine Pflegeplanung, die eine aktivierende Pflege zur Grundlage hat und sich an der Biografie, dem gegenwärtigen Zustand und den Möglichkeiten der Bewohnerin bzw. des Bewohners orientiert
- Förderung von Freude, Lebensmut, Zuversicht, Wohlbefinden, Lebensqualität, Wiedergewinnung von Unabhängigkeit
- Berücksichtigung von Erfahrungen wie Sorge, Angst, Verlust von Unabhängigkeit, Misstrauen, Isolation, Ungewissheit, Hoffnungslosigkeit, die in die Planung einbezogen werden
- Bereitstellen von Möglichkeiten zur Erhaltung der Persönlichkeit und zur Teilnahme am täglichen Leben
- Sinnvolle, abwechslungsreiche, kreative Betätigungsmöglichkeiten
- Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben
- Integration der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner in das soziale Umfeld der Einrichtung z.B. Kontakte zwischen Pflegeheim, Schule, Kindergarten, Verbänden sowie engagierten Menschen aus dem umgebenden Wohnquartier
- weitestgehend Mitspracherecht in allen Angelegenheiten des Heimlebens durch einen von der Bewohnerschaft gewählten Heimbeirat
- ein altersgerechtes, abwechslungsreiches und vielseitiges Speisenangebot
- Angebote verschiedener Servicedienste wie Kiosk, Friseur, Fußpflege
- heimübergreifende Maßnahmen und Aktivitäten wie gemeinsame Sommerausflüge, Veranstaltungen, Heimbewohnerurlaube
- regelmäßige Ausflugsfahrten
- ein heiminternes Veranstaltungsangebot wie Feste, Feiern und kulturelle Veranstaltungen, an denen auch Familienangehörige und Betreuer teilnehmen können.
Lübeck, im April 2009
gez. Sigrid Roggensack

