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Mittwoch, 15.11.2017, 20:00

Der Bau

von Franz Kafka

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Was ist real? Was ist fiktives Gedankengebäude oder gar krankhafter Wahn? Und kann es eine Wahrheit der individuellen Wahrnehmung überhaupt geben? Franz Kafka, der es wie kein anderer Autor versteht, die individuellen Beklemmungen und die Ängste einer verunsicherten Gesellschaft in einem vielschichtigen rätselhaften Werk erfahrbar zu machen, präsentiert uns in seiner Erzählung »Der Bau« ein nicht genauer beschriebenes Tier-Wesen, das sich in seiner unterirdischen und festungsartig angelegten Behausung, mit einem ausgeklügelten System von Gängen und Plätzen und einem labyrinthisch ausgebauten Eingang Schutz vor imaginären oder tatsächlich bedrohlichen Feinden sucht. Mit vermeintlicher Logik und analysierendem Verstand versucht der »Bau«-Bewohner eventuell dräuende Gefahren und Eindringlinge mit fortwährenden Umbauten und taktischen Sicherheitsmaßnahmen abzuwehren. Allein das Gefühl der Bedrohung lässt nicht nach, das Bedürfnis nach Sicherheit ist nicht zu stillen – ja es wird mit zunehmender sicherheitstechnischer Anstrengung nur immer größer … Und als die Kreatur plötzlich in ihrem Bau ein unheimliches und undefinierbares Zischen ausmacht, fühlt sie sich existenziell bedroht. Was aber, wenn dieses Geräusch gar nicht von außen kommt, wenn es vielmehr im Ohr des sich bedroht fühlenden Individuums liegt?
»Es sind nicht nur die äußeren Feinde, die mich bedrohen« – dieser Satz steht symptomatisch für die alptraumhaft anmutende Welt, in der sich Kafkas Ich-Erzähler aufhält. Die Regisseurin Lucia Bihler, die am Theater Lübeck bereits mit ihrer faszinierenden Interpretation der »Bitteren Tränen der Petra von Kant« von Rainer Werner Fassbinder auf sich aufmerksam machte, betont mit ihrer Inszenierung nicht nur die Vielschichtigkeit und Doppeldeutigkeit des Kafka-Kosmos, sondern bringt auch seine Brisanz in unserer angeblich »postfaktischen« Gesellschaft zum Vorschein.


Im Verlauf der Vorstellung kommen Effekte mit Stroboskoplicht zum Einsatz. Wir bitten gefährdete Personen, sich zu schützen.

Änderungen, Ergänzungen und Irrtum vorbehalten. Aktuelle Informationen entnehmen Sie bitte der offiziellen Internetseite des Theater Lübeck www.theaterluebeck.de, Kartentelefon 0451/399 600.

Theater Lübeck Junges Studio

Beckergrube 16
23552 Lübeck

Veranstalter

Theater Lübeck gGmbH
Beckergrube 16
23552 Lübeck

im November 2017

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