Digitales Pressedienstarchiv
Umfrage zu Friedhöfen: Überwiegend positive
Beurteilungen
Vom 1. bis 28. September vergangenen
Jahres hat die Hansestadt Lübeck in Zusammenarbeit mit der „Kommunale
Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement“ (KGSt) eine Befragung
zu den städtischen Friedhöfen durchgeführt. Mit der
Bürgerbefragung wollte der zuständige Bereich Stadtgrün und
Friedhöfe ermitteln, welchen Eindruck die Friedhofsbesucherinnen und
–besucher von den sechs städtischen Friedhöfen haben, was ihnen
gefällt, aber auch, welche Wünsche und Bedürfnisse sie haben. Die
Auswertung dieser Umfrage liegt nun vor: Die städtischen Friedhöfe
wurden überwiegend positiv beurteilt.
Insgesamt nahmen 213
Friedhofsbesucherinnen und Friedhofsbesucher an der Umfrage teil, davon 82
über die Online-Befragung im Lübeck:Fenster – www.luebeck.de -
und 131 über ausgelegte Fragebögen, die auf den Friedhöfen
verteilt und bei den Stadtteilbüros ausgegeben wurden.
Auch wenn es sich nicht um eine
repräsentative Umfrage im statistischen Sinne handelt, ist die Auswertung
der Fragebögen dennoch sehr wertvoll für die städtischen
Friedhöfe. „Denn in einer derartigen anonymen Umfrage wird
erfahrungsgemäß mehr Kritik als Lob geäußert und die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten ihre Antworten unbeeinflusst durch
Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter der städtischen Friedhöfe und
Gewerbetreibende wie Bestatter, Friedhofsgärtner und
Steinmetzwerkstätten abgeben“, so der Bereich Stadtgrün und
Friedhöfe.
Ein Fazit der Umfrage, die von der KGSt
ausgewertet wurde, ist generell, dass die Leistungen der städtischen
Friedhöfe überwiegend gut beurteilt werden. So wird der
gärtnerische Zustand der Friedhöfe zu über drei Viertel positiv
bewertet (51 Prozent „gut“ und 25 Prozent „sehr gut“).
Auch die Sauberkeit erhält gute Noten: Ein Drittel der Befragten vergaben
ein „sehr gut“, weitere 45 Prozent ein „gut“. Auch die
Büroöffnungszeiten der Friedhöfe wurden zu mehr als 50 Prozent
als dem Bedarf entsprechend bewertet („gut“: 44 Prozent; „sehr
gut“: 8 Prozent). Nur 14 Prozent nannten sie schlecht (10 %)
beziehungsweise ganz schlecht (4 %).
Auch bei den Antwortmöglichkeiten auf
die Frage „Wenn Sie schon einmal Kontakt zu jemandem aus der
Friedhofsverwaltung hatten, wie fühlten Sie sich betreut?“, gab es
vorwiegend positive Beurteilungen: 22 Prozent fühlten sich durch das
Personal der Verwaltung sehr gut, weitere 39 Prozent gut betreut. Die gleiche
Frage, bezogen auf das Personal auf den städtischen Friedhöfen,
erhielt ähnliche Wertungen: sehr gut fühlten sich 25 Prozent und gut
39 Prozent betreut.
Die Umfrage der KGSt, an der sich
bundesweit zahlreiche Kommunen beteiligten, ermittelte auch, ob die
Friedhöfe zur Erholung im Grünen besucht werden. Die Antwort
fällt in Lübeck deutlich aus: Danach tragen die Friedhöfe zu
einem wesentlichen Teil zur Naherholung für Erwachsene bei. 21 Prozent der
Befragten antworteten bei dieser Frage mit „trifft völlig zu“,
weitere 16 Prozent mit „trifft überwiegend zu“ und ein knappes
Drittel (27 %) mit „teils/teils“.
Die Umfrage zeigte auch, dass das
Lübecker Krematorium als wichtige Säule im Rahmen der
Feuerbestattungen gesehen wird. So sagten 83 Prozent der Befragten bei der
Frage, ob sie Wert darauf legen, dass der Bestatter die Einäscherung in
Lübeck vornehmen lässt und keine weiten Wege mit dem Verstorbenen
zurücklegt, „ja“. Somit lässt sich durch eine
Einäscherung in der Nähe der Grabstätten der so genannte
„Leichentourismus“ vermeiden, schlussfolgert der Bereich
Stadtgrün und Friedhöfe.
Kritik wurde auch geäußert:
Danach werden die Gebühren im Vergleich mit anderen Friedhöfen in
Lübeck als zu hoch empfunden. Als „hoch“ wurde sie von 39
Prozent empfunden, „mittel“ kreuzten 23 Prozent an und „ganz
hoch“ weitere sechs Prozent. Ein knappes Drittel (30 Prozent) machte zur
Gebührenhöhe allerdings keine Angaben. Der Bereich Stadtgrün sagt
zu diesem Punkt, dass sich das „nur durch Anpassung des so genannten
„öffentlichen Anteils“ in der Kalkulation an die realen
Verhältnisse ändern lässt.“
An der Friedhofsumfrage, für die die
KGSt die bundesweite Auswertung im April dieses Jahres vorlegt, beteiligten sich
in Lübeck vorwiegend ältere Bürgerinnen und Bürger: Ein
knappes Drittel (28 Prozent) fällt in die Alterstufe der 50 bis unter
65-Jährigen und 37 Prozent in die Altersgruppe 65 Jahre und älter. Von
den jüngeren (unter 30 Jahren) und ganz jungen (unter 18 Jahren)
beteiligten sich nur etwa acht Prozent an der Umfrage. +++
Hintergrund zur KGSt
(Selbstdarstellung): Die Kommunale Gemeinschaftsstelle für
Verwaltungsmanagement (KGSt) ist das von Städten, Gemeinden und Kreisen
gemeinsam getragene Entwicklungszentrum des kommunalen Managements. Sie wurde
1949 in Köln gegründet.
Gemeinsam mit ihren und für ihre
Mitglieder befasst sich die KGSt mit Führung, Steuerung und Organisation
der Kommunalverwaltung. Sie wird finanziert aus den Beiträgen der
Mitglieder und Erlösen für besondere Leistungen, zum Beispiel Seminare
und Vergleichsringe. Das macht die KGSt unabhängig vom Staat und von
politischen Organisationen.
Über 1600 Kommunalverwaltungen und
Träger öffentlicher Aufgaben - darunter nahezu alle Städte
über 25.000 Einwohner, einschließlich der drei Stadtstaaten, die
meisten Landkreise und einige große österreichische Städte -
arbeiten in der KGSt zusammen, um mit ihr die eigene Leistungsfähigkeit zu
verbessern und so zur Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung beizutragen.
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