Digitales Pressedienstarchiv
LiteraTour Nord im Buddenbrookhaus: Zwölf Gramm
Glück
Feridun Zaimoglu liest im Rahmen der
Lesetournee der LiteraTour Nord aus seinem neuem Erzählband
„Zwölf Gramm Glück“ am Montag, 15. November 2004, um 20
Uhr im Buddenbrookhaus und ist somit nach Ralf Rothmann der zweite Autor, der um
den begehrten Preis der Stiftung ins Rennen geht.
In zwölf Geschichten, sieben aus
Deutschland und fünf aus der Türkei, erzählt Zaimoglu von den Um-
und Irrwegen gelungener oder mißlungener Assimilation und einer fremden,
fernen und archaischen Welt jenseits von EU – Euphorie und Tourismus
– Glück.
Nach „Liebesmale,
scharlachrot“ und „German Amok“ stehen hier Männer in
ihrer Midlife-Crisis mit den dazugehörigen Frauenproblemen und dem Wunsch,
dem Alltag zu entfliehen, im Vordergrund. Es sind Männer, die genau wie
Zaimoglu, türkischstämmig sind und in Deutschland leben. Es geht um
ihre Selbstmordgedanken, ihre komplizierten Lieben und ihre Sorgen um das
Verdienen des täglichen Brots, die den Leser abwechselnd in
hoffnungsvoll-euphorische und depressive Stimmungen versetzen – genau von
dem Autor portioniert, um nicht mehr als die vorgeschriebenen 12 Gramm
Glück zu verabreichen.
In dem Band enthalten ist die in dem
Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb ausgezeichnete Erzählung
„Häute“.
Feridun Zaimoglu wurde 1964 in Bolu
(Türkei) geboren und wuchs in Deutschland auf. Er studierte Kunstgeschichte
und Humanmedizin und lebt seit 1985 in Kiel. Heute arbeitet er als
Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor. Neben mehreren Romanen und
Erzählungen veröffentlichte Zaimoglu Kolumnen und Feuilletons.
Die 1995 erschienene Anthologie
„Kanak Sprak“, mit 24 Geschichten von türkischen
Einwandererkindern der zweiten und dritten Generation, machte Zaimoglu über
Nacht zu einer Symbolfigur einer ganzen Generation.
Der Eintritt kostet sechs,
ermäßigt drei Euro, Kartenreservierung werden unter der Telefonnummer
(0451) 122-41 90 angenommen. +++
