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Saxe lehnt Driftmann-Vorschläge zu Hochschulreform ab

020701L 2002-09-25

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe lehnt die Vorschläge des Präsidenten der Schleswig-Holsteinischen Unternehmensverbände, Hans-Heinrich Driftmann, zur Neuordnung der Hochschullandschaft in Schleswig-Holstein ab.

Driftmann, der zugleich Lehrbeauftragter an der Kieler Universität und Mitglied des Beirats dieser Einrichtung ist, hatte sich in den “Kieler Nachrichten” (24. September) für eine einzige Landesuniversität und eine Landesfachhochschule ausgesprochen. Die Realisierung dieses Vorschlages wäre das Ende der Universität Lübeck und würde zugleich das Aus bedeuten für alle Fachhochschulen im Lande mit Ausnahme einer einzigen Einrichtung, die dann an den verschiedenen Standorten Niederlassungen unterhalten würde.

Dazu Lübecks Bürgermeister Saxe: “Driftmann erweckt den Eindruck, als argumentiere er im Interesse des gesamten Landes Schleswig-Holstein; in Wirklichkeit macht er sich ausschließlich zum Lobbyisten der Landeshauptstadt und ihrer Christian-Albrechts-Universität. Ein solches Verhalten kann er als Privatperson an den Tag legen; als Präsident aber der Schleswig-Holsteinischen Unternehmensverbände ist er dem gesamten Land verpflichtet und all seinen Regionen sowie den Unternehmen, die in diesen Regionen tätig sind und auf eine enge Kooperation mit eigenständigen, leistungsfähigen Hochschulen anwiesen sind.”

Saxe weiter: “Die Vorschläge Driftmanns führen in die falsche Richtung. Was das Land braucht sind nicht zwei riesige, zentralisierte Apparate, die allein auf Grund ihrer Größe unbeweglich sind und zu ihrer Steuerung einen großen, ineffektiven Wasserkopf aufbauen werden. Notwendig sind in einem Flächenland vielmehr dezentrale Hochschulstrukturen mit Einrichtungen, die in der Region verwurzelt sind und mit den Unternehmen, mit Politik und Verwaltung vor Ort eng zusammenarbeiten bei der Erneuerung auch der regionalen Wirtschaftsstruktur.”

So in ihrer Region eingebundene Hochschulen können nach Vorstellung des Lübecker Bürgermeisters die Herausbildung eines klaren und unverwechselbaren Profils betreiben, das die jeweils vor Ort bestehenden Gegebenheiten berücksichtigt, die Stärken der regionalen Wirtschaft aufnimmt und mithilft, eventuelle Schwächen der örtlichen und regionalen Struktur zu bekämpfen.

Saxe betont deshalb: “Erforderlich ist die Herausbildung von Kernkompetenzen jeder einzelnen Hochschule. Aber diese Kernkompetenzen kann ein Hochschulstandort nur ausspielen, wenn er eigenständig ein Profil entwickeln kann. Die künftige Attraktivität einer Hochschule hängt entscheidend davon ab, inwieweit es ihr gelingt, Interdisziplinarität in der Ausbildung und in Verbund mit Unternehmen den Wissens- und Technologietransfer nach vorne zu bringen. Und das ist eine Frage der Ideen, Netzwerke und Innovationskraft und weniger eine Frage von zentralen Strukturen,” so Saxe und ergänzt: “Hier stehen das Land, der Bund und die Unternehmen in der Verantwortung, die Finanzierung der Hochschulen sicher zustellen. Aber auch die Hochschulen stehen unabhängig von der Freiheit von Forschung und Lehre in der Verantwortung, das ihrige dazu beizutragen, ihr Profil im Wettbewerb um die besten Köpfe weiter zu schärfen.

Hier sind die Lübecker Hochschulen gut davor und haben sich europaweit einen exzellenten Ruf erworben. Darüber hinaus beweist die Universität Lübeck ihre hohe Innovationskraft mit ihrer innerhalb von nur zwei Jahren geschaffenen “International School of New Media” (ISNM) als Nukleus der Media Docks, die Wissenschaft, Forschung, Weiterbildung und Unternehmen in idealer Weise miteinander vernetzt. Die Fachhochschule Lübeck steht dem in nichts nach, sie hat eine bundesweit führende Rolle im Bereich der “Virtuellen Fachhochschule.”

Vor diesem Hintergrund weist Saxe die Aussage von Driftmann entschieden zurück, wonach die Universität Lübeck keine Zukunftsperspektive hat: “Das Gegenteil ist richtig: Lübecks Hochschulen und insbesondere die Universität beweisen ein hohes Maß an Innovationskraft, Flexibilität und Leistungsfähigkeit. Hierin sollten sie von der Landesregierung und den Wirtschaftsverbänden unterstützt werden.”


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